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Vorsitzender
des Kuratoriums Prof. Dr. med. H. Schadewaldt Institut für
Geschichte der Medizin Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Wissenschaftliche
Leitung Dr. Walter Andritzky 1. Vorsitzender des IIKT
I.
Ziele und Aufgaben des IIKT:
Ziel des
IIKT ist die Erforschung ethnischer und alternativer Heilmethoden
sowie von Heilsystemen und gesundheitsrelevanten Gebräuchen
aussereuropäischer Kulturen, die allgemeine Verbreitung
entsprechender wissenschaftlicher Erkenntnisse und die Beratung
von Institutionen (§2 der Satzung).
Schätzungsweise
gibt es auf der Welt 6000-7000 Kulturen im Sinne von ethnolinguistischen
Gruppen, von denen jede über eigenes medizinisches Wissen
und über ein vielfältiges Brauchtum und Ritualwesen
verfügt. Deren gesundheitsrelevante Implikationen sind
in ihre Wirkungsweise abgesehen von Pflanzenheilstoffen wissenschaftlich
noch kaum untersucht. Die Erforschung dieses gewaltigen Fundus
an ethnischem Erfahrungswissen (health wisdom) und traditioneller
Heilpraxis erfordert interdisziplinäre Kooperation und
eine Integration von ethnographischen, sozial- und naturwissenschaftlichen
Methoden. Ziel des IIKT ist es, für dieses Aufgabenfeld
ein Dokumentations- und Forschungszentrum zu schaffen.
Die
praktische Relevanz der Arbeit des IIKT liegt in folgenden
Bereichen:
- Die
westliche Industriekultur um ethnomedizinisch und kulturgeschichtlich
bewährte Methoden zu bereichern
- Interkulturelle Lernprozesse im Gesundheitswesen zu fördern
- Entscheidungskriterien zu gewinnen, in welchen Bereichen
der Dritten und Vierten Welt tatsächlich medizinische
Entwicklungshilfe nötig ist, und wo besser vorhandene
eigene Ressourcen revitalisiert werden sollten.
- In einer multikulturellen Gesellschaft wie der Deutschen
ergeben sich schon jetzt Probleme aus dem Aufeinandertreffen
von Heilern, Ärzten und Klienten aus verschiedenen Kulturen.
Für ein erfolgreiches Zusammenwirken ist ein breites
Spektrum an Wissen über die Medizinkulturen von Minderheiten
nötig.
Der Zielsetzung des IIKT liegt eine strikte Anwendungsorientie-rung
zu-grunde. Die Aufgabenstellungen sind an aktuellen Problemen
der Gesundheitssysteme in den jeweiligen Ländern der
3. und 4. Welt bzw. im Bereich der Alternativmedizin an der
Situation in der Bundesrepublik orientiert.
II.
ENTSTEHUNG DES IIKT:
Symposium
1990
Im Rahmen
eines Projektes über Angewandte Ethnomedizin an der Universität
zu Köln wurde aufgrund ähnlicher Zielsetzungen mehrerer
Wissenschaftler im April 1990 im Verlauf eines Symposiums
das IIKT gegründet. Es bestand Übereinstimmung darin,
dass das angestrebte For-schungsgebiet aufgrund seines interdisziplinären
Charakters nicht im Rahmen der fakultätsgebundenen universitären
Lehre und Forschung zu verankern sein werde. Ein unabhängiges
Institut böte daher in besonderer Weise die Voraussetzungen
für innovatives Denken und Grundlagenforschung. Die gehaltenen
zehn Referate steckten exemplarisch das Forschungsgebiet ab.
Über das Symposium wurde in Curare - Zeitschrift für
Ethnomedizin und Transkulturelle Psychiatrie berich-tet, ferner
in der Kölner Lokalpresse.
Vereinsgründung
1991
Zunächst
wurde eine Vortragsreihe Gesundheit und Heilung - Transkulturelle
Perspektiven begonnen, die 1993 bis 1995 in Kooperation mit
dem Institut für Medizinische Psychologie an der Universität
Düsseldorf fortgesetzt wurde. Zudem erschien der erste
Band des Jahrbuch für Transkulturelle Medizin und Psychotherapie.
(Vgl. Anhang) In diesem Zusammenhang wurde deutlich, dass
der zunehmende Finanzierungs- und Organisationsbedarf die
Gründung eines gemeinnützigen, eingetragenen Vereins
erforderte. Die Gründungsversammlung fand am 23. Mai
1991 statt. Die Zeitschriften Ethnopsychologische Mitteilungen,
Curare und Esotera berichteten darüber (Vgl. Anhang VI
1).
III.
ORGANISATION:
Verein
Dem Vorstand
des Vereins gehören an:
der
1. Vorsitzende Dr. phil. Walter Andritzky, Dipl.-Soziologe,
Dipl.-Psychologe, tätig in freier psychologischer Praxis
und als psychologischer Gerichtssachverständiger; vormals
wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Medizinische
Psychologie der Univ. Düsseldorf. Spezialgebiete: Ethnopsychotherapie,
Sozialpsychologie, unkonventionelle Heilweisen, andine Ethnomedizin,
Drogenforschung, Rechtspsychologie, analytische Gruppendynamik
und Coaching.
der
2. Vorsitzende Drs. med. Stefan Trebes, niedergelassener
Gerichtsgutachter, vormals Arzt an der Rheinischen Landesklinik
Langenfeld. Spezialgebiete: Psychiatrie, veränderte
Bewusstseinszustände, Sucht- und Drogentherapie.
die Schatzmeisterin
Frau Erika Schrills, Angestellte am Institut für Medizinische
Psychologie der Heinrich-Heine-Universität.
Der Verein
ist in erster Linie als gemeinnütziger Trägerverein
für ein Institut konzipiert. Die Gemeinnützigkeit
(wissenschaftliche Zwecke) wird fortlaufend durch die Freistellungsbescheide
des Finanzamtes Düsseldorf Süd (zuletzt 29.7.1999)
bestätigt.
Kuratorium:
Gemäß
§ 11 der Satzung beruft der Vorstand ein Kuratorium,
das Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Politik und
Wirtschaft vereint, die gewillt sind, die Ziele des Vereins
zu fördern. Dem Kuratorium gehören z.Zt. an:
Vorsitzender:
Prof.
em. Dr. med. H. Schadewaldt, Institut für Geschichte
der Medizin an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf.
Mitglieder:
- R.
Anderson M.D., PhD, Mills College, Oakland
- Prof. Dr. M. Baumann, Inst. für Musikwissenschaft,
Universität Bamberg
- Dr. med. A. Bianchi, International Institut of Econo-mic
Coopera-tion Mailand
- K. V. Bletzer, East Lansing Community College
- Prof. Dr. H.-J. Buchkremer, Seminar für Allgemeine
Heil-pädagogik Universität Köln
- Dr. med. D. Eigner, Institut für Geschichte der Medizin,
Univ. Wien
- K. Finkler PhD, Univ. of North Carolina, Dep. of Anthropology,
Chapel Hill.
- Prof. D. Glik PhD, Univ of South Carolina, School of Public
Health, Columbia
- Dr. med. N. Ngokwey, UNICEF, Cotonou, Benin
- Prof. Dr. R. van Quekelberghe, Universität Landau,
Fachbereich 8 Psychologie
- M. Dobkin de Rios PhD, California State University Fullerton
- Prof. Dr. H.-J. Steingrüber, Inst. für Medizinische
Psychologie der Univ. Düsseldorf
- Prof. Dr. med. K.-D. Stumpfe, Psychiatrie, Fachhochschule
Düsseldorf
- Prof. Dr. K. Walter, World Research Foundation, Stutt-gart
- Prof. J. Wilbert, UCLA, Dep. of Anthropology
- Prof. Dr. R. Wiedersheim, Gemeinschaftskrankenhaus Witten-Herdecke
- M. Winkelman PhD, Arizona State University, Dep. of Anthropology,
Tempe
- R. D. Zanger, The Albert Hofmann Foundation, Santa Monica
IV.
BISHERIGE AKTIVITÄTEN:
Vortragsreihe
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Die Vortragsreihe
Gesundheit und Heilung - Transkulturelle Perspektiven wurde
in den sechs Jahren ihres Bestehens zu einem Ort interdisziplinärer
Begegnung zwischen einer interessierten Universitätsöffentlichkeit
und Wissenschaftlern verschiedener Disziplinen. Über
50 Referate liessen die herausragende Bedeutung der Erforschung
traditioneller Heilmethoden für eine sinnvolle medizinische
Entwicklungshilfe und die Planung der Gesundheitssysteme von
Ländern in der 3. und 4. Welt evident werden.
Erstmals
wurden 1993 auch Themen der Alternativmedizin in der Bundesrepublik
behandelt. Die Finanzierung erfolgte 1993-1995 seitens des
Ministeriums für Wissenschaft und Bildung des Landes
Nordrhein-Westfalen.
Jahrbuch
für Transkulturelle Medizin und Psychotherapie mehr...
Das Jahrbuch
für Transkulturelle Medizin und Psychotherapie bildet
mit neun erschienenen Ausgaben ein Forum für den interdisziplinären
Diskurs, die Konzeptentwicklung und die Präsentation
von Pro-jektergebnissen im Bereich der Kulturvergleichenden
Medizin. Es wurde beschlossen, ab 1992 Schwerpunktbände
zu erstellen. Die Themen waren bisher: Alternativmedizin (1992),
Ethnopsy-chotherapie (1993), Trance, Besessenheit, Heilrituale
und Psychotherapie (1994), Sakrale Heilpflanzen, Bewußtsein
und Heilung. Transkulturelle und Interdisziplinäre Perspektiven
(1995). Ethnotanztherapie (1996/97), Mythologie und Heilung
(1998/99).
Reihe
'Forschungsberichte zur Transkulkturellen Medizin und Psychotherapie
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Es sind
fünf Bände erschienen, die Reihe wird fortgesetzt.
Manuskripte können eingereicht werden: Es sollte sich
dabei ausschließlich um Dissertationen oder empirische
Forschungsarbeiten handeln, welche sich a) ethnotherapeutischen
Themen oder b) alternativ-medizinischen Themen widmen. Anwendungsorientierung
und Praxisrelevanz stehen im Mittelpunkt.
Politikberatung:
Das IIKT
legte der Enquetekommission "Sekten und Psychogruppen"
des Deutschen Bundestages eine ausführliche Stellungnahme
vor, die in der Endfassung inhaltlich zitiert und berücksichtigt
wurde (publiziert in: Integrative Therapie, 1999); es ist
beratendes Mitglied der 'Frankfurter
Gespräche'.
V.
Auflösung:
Der eingetragene
Verein IIKT e.V. wurde 2004 aufgelöst.
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